Blog, Posted Date 18/09/2026

GaLaBau 2026: „Wenn ich groß bin, werde ich Baggerfahrer.“

Manchmal reicht ein Tag auf einer Messe, um festzustellen, dass manche Berufswünsche offenbar nie ganz verschwinden. Bei mir war das auf der GaLaBau 2026 ungefähr nach den ersten größeren Maschinen der Fall. Bagger. Radlader. Mäher. Maschinen, die autonom fahren oder ferngesteuert werden. Elektrische Antriebe, Akkusysteme, digitale Lösungen und jede Menge Technik im Live-Einsatz. Und irgendwo dazwischen ich, Michael Kehm, für Wegner & Partner auf der Messe unterwegs. „Wenn ich groß bin, werde ich Baggerfahrer.“ Dafür dürfte es inzwischen etwas spät sein. Beeindruckend war es trotzdem.

Michael Kehm vor dem Eingang der Galabau

Seit vielen Jahren in der Branche zu Hause

Die GaLaBau ist für uns kein Ausflug in eine fremde Welt. Seit vielen Jahren betreuen wir Marken und Kunden in dieser Branche und beschäftigen uns mit ihren Märkten, Produkten, Zielgruppen und vertrieblichen Herausforderungen. Genau deshalb sind solche Messetage für mich besonders wertvoll. So wichtig Marktanalysen, Präsentationen, Zahlen und digitale Meetings sind: Eine Branche versteht man noch einmal anders, wenn man mitten in ihr steht. Wenn man Produkte sieht, erlebt, welche Stände funktionieren, beobachtet, wo Menschen stehen bleiben – und vor allem mit ihnen spricht.

Mein Eindruck: volle Hallen und viel Bewegung

Was mir an meinem Messetag ziemlich schnell aufgefallen ist: Es war voll. Das ist bewusst mein persönlicher Eindruck und keine offizielle Besucherbilanz. Aber in vielen Hallen und Gängen war richtig Bewegung. Vor Messeständen bildeten sich Gruppen, Maschinen wurden erklärt, Produkte ausprobiert und überall standen Menschen im Gespräch zusammen. Genau davon lebt eine Fachmesse: von Interesse, Austausch und Begegnungen.

Hochinnovative Technologie – und zwar zum Anfassen

Wer beim Garten- und Landschaftsbau noch immer hauptsächlich an Schubkarre, Spaten und Rasenmäher denkt, sollte einmal durch die GaLaBau laufen. Das Bild verändert sich ziemlich schnell. Elektrifizierung, leistungsfähige Akkusysteme, Automatisierung, autonome und ferngesteuerte Maschinen sowie digitale Lösungen zeigen, wie stark sich die Arbeit im professionellen Garten- und Landschaftsbau verändert. Auch Effizienz, Flexibilität und praxistaugliche Gerätekonzepte spielen eine immer größere Rolle. Die entscheidende Frage ist dabei nicht, ob etwas technisch neu ist. Entscheidend ist, was im täglichen Einsatz besser wird: Was spart Zeit? Was entlastet Mitarbeiter? Was lässt sich flexibler einsetzen? Und welche Technologie schafft tatsächlich einen relevanten Mehrwert?

Zeigen schlägt erzählen

Ein echtes Highlight waren für mich die vielen Live-Vorführungen. Gerade bei erklärungsbedürftiger Technik gilt: Zeigen schlägt erzählen.
Natürlich kann man technische Daten auf ein Display schreiben, Leistungswerte in einen Prospekt drucken oder einen Film produzieren. Aber wenn eine Maschine direkt vor einem arbeitet, verändert sich die Wahrnehmung. Man sieht, was sie kann, erlebt Dimensionen und Bewegungsabläufe und erkennt viel schneller, welchen Nutzen eine Lösung in der Praxis haben kann.
Aus Kommunikationssicht ist das hochinteressant. Produkt erleben statt Produkt behaupten – das klingt einfach, funktioniert aber.

Wenn Produkte Gesprächsanlässe schaffen

Auch deshalb lohnt es sich, Messen aus Marketingperspektive genauer anzuschauen. Ein guter Messeauftritt besteht nicht nur aus Quadratmetern, Grafikflächen und Produktdisplays. Die spannendere Frage lautet: Was bringt Menschen dazu, stehen zu bleiben? Ist es die Maschine? Eine Live-Demonstration? Ein ungewöhnliches Standkonzept? Eine klare Botschaft? Oder ein Mitarbeiter, der jemanden offen anspricht und wirklich etwas zu erzählen hat? Gerade in einer technisch geprägten Branche übernimmt Kommunikation eine wichtige Übersetzungsfunktion. Innovation allein verkauft sich nicht automatisch. Menschen müssen verstehen, welchen Vorteil sie davon haben. Genau dafür braucht es eine gute Geschichte rund um das Produkt.

Viele gute Gespräche

Das Wichtigste meines Messetages hatte allerdings weder Akku noch Hydraulik und benötigte auch keine Software: Es waren die persönlichen Gespräche. Ich habe viele bekannte Kontakte getroffen, neue Menschen kennengelernt und mich über Märkte, Unternehmen, Produkte und aktuelle Entwicklungen ausgetauscht. Einige Gespräche waren kurz, andere deutlich länger als geplant. Genau so soll es sein. Denn auch 2026 gilt für mich: LinkedIn, Teams, E-Mail, KI und digitale Produktpräsentationen können enorm viel. Aber sie ersetzen nicht jede persönliche Begegnung. Gerade in spezialisierten B2B-Märkten entsteht im direkten Gespräch eine andere Qualität. Man fragt nach, man schweift ab, man spricht über Dinge, die nicht auf der Agenda standen. Und manchmal sind genau das die interessantesten fünf Minuten eines ganzen Messetages.

Technologie verändert sich. Der Mensch bleibt.

Vielleicht ist genau das mein stärkster Eindruck von der GaLaBau 2026. Auf der einen Seite sieht man eine Branche, die technologisch enorme Schritte macht. Maschinen werden intelligenter, Antriebe verändern sich, Prozesse werden digitaler und Arbeiten werden automatisiert. Auf der anderen Seite stehen volle Messestände und Menschen, die miteinander reden. Eigentlich ein schöner Kontrast – und eine gute Erinnerung für uns im Marketing: Nur weil etwas digitalisiert werden kann, muss der Mensch nicht aus der Kommunikation verschwinden. Im Gegenteil. Je technischer und komplexer Produkte werden, desto wichtiger kann das persönliche Gespräch werden. Weil jemand erklären kann. Weil jemand zuhört. Weil jemand die richtige Frage stellt. Und weil Geschäfte am Ende immer noch zwischen Menschen gemacht werden.